Frau Angerer, früher waren Präsentationen in der Gemeinde meist kurz und sehr
zahlenlastig. Was hat Sie dazu bewegt, hier Änderungen anzustoßen?
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Ich habe mit vielen Bürgerinnen und Bürgern gesprochen – am Gartenzaun, bei
Veranstaltungen, auf dem Weg zum Einkaufen. Häufig kam die Rückmeldung, dass die
Veranstaltungen zwar sachlich korrekt waren, aber eben schwer verständlich. Zahlen allein
erzählen keine Geschichte. Viele wussten am Ende nicht genau, worum es eigentlich ging und
wie Entscheidungen zustande kommen. Das wollte ich ändern.
Wie sehen die Präsentationen heute aus?
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Wir nehmen uns jetzt mehr Zeit für die Struktur. Zu jedem Thema gibt es eine kleine
Einführung, damit alle Zuhörer einordnen können, worum es geht und warum es wichtig ist.
Außerdem arbeiten wir deutlich stärker mit Bildern, Grafiken und Beispielen. Ein Bauprojekt
oder ein neuer Fußweg lassen sich einfach besser verstehen, wenn man es sieht, nicht nur
hört.
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Wie entsteht die neue Präsentationsform konkret?
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Die Inhalte erarbeiten wir im Gemeinderat gemeinsam – das ist wichtig, damit alles fachlich
korrekt ist und die Perspektiven aller Beteiligten berücksichtigt werden. Der Bürgermeister
übernimmt meist die Vorstellung während der Sitzungen oder der Bürgerversammlung. Aber
die Qualität der Folien ist entscheidend dafür, wie gut etwas verstanden wird. Das ist mein
Schwerpunkt: Informationen so aufzubereiten, dass sie klar, anschaulich und für alle
zugänglich sind.
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Warum ist das Thema Transparenz für Sie so zentral?
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In einer kleinen Gemeinde leben wir alle sehr nah beieinander. Entscheidungen betreffen
immer auch direkt unseren Alltag: Straßen, Kinderbetreuung, Vereine, Umwelt, Bebauung.
Ich finde es wichtig, dass jede und jeder jederzeit nachvollziehen kann, was im Gemeinderat
passiert – ohne Fachkenntnisse oder langes Einlesen. Gute Präsentationen sind ein Schlüssel
dazu. Wenn Bürger gut informiert sind, entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist die Grundlage
für ein gutes Miteinander.
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Welche Rückmeldungen bekommen Sie inzwischen?
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Sehr positive! Viele sagen, dass sie sich endlich abgeholt fühlen. Sie verstehen
Zusammenhänge besser und verspüren das Gefühl, „mitgenommen“ zu werden. Und genau
darum geht es: Politik nicht hinter verschlossenen Türen zu betreiben, sondern offen,
verständlich und für alle sichtbar.
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