Herr Müller, wenn Sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken – was hat sich im Verkehr von Moosach am deutlichsten verändert?
Ein großer Fortschritt war definitiv der Ausbau und die Erweiterung der Gehwege. Wir haben in Gutterstätt, in Falkenberg, zwischen der Nordendstraße und dem Dachsberg sowie an der Glonner Straße neue sichere Wege geschaffen. Die Einmündung in die Doblbachstraße wurde umgestaltet. Diese Bereiche waren vorher für Fußgänger, insbesondere Kinder und Senioren wirklich gefährlich. Jetzt haben wir eine Infrastruktur, die Sicherheit bietet und von allen gut angenommen wird.
Sie haben auch Parkflächen neu organisiert. Welche Maßnahmen waren Ihnen dabei besonders wichtig?
Ein großes Thema waren die neuen Parkplätze in Altenburg und an der Montessori-Schule. Die Herausforderung war dabei, funktionale Lösungen umzusetzen, die gleichzeitig die Vorgaben eines Landschaftsschutzgebiets respektieren. Uns ist gelungen, Parkraum zu schaffen, ohne den Charakter des Ortsbilds zu beeinträchtigen. Besonders an der Schule war es wichtig, sichere Bring- und Abholsituationen zu ermöglichen.
Viele Bürger loben Ihre Idee der „Gelben Karte“ statt Strafzetteln. Wie kam es dazu?
Strafen allein verändern wenig. Die meisten Parksünder handeln nicht aus Absicht, sondern aus Gedankenlosigkeit. Ich wollte einen Weg finden, der Einsicht statt Ärger auslöst. Deshalb gibt es in Moosach keine Anzeigen, sondern eine „Gelbe Karte“ – einen freundlichen Hinweis, dass der Parkplatz, Gehweg, Rettungsweg oder der Bereich für den Schulbus falsch genutzt wurde. Das wirkt tatsächlich. Mittlerweile werden Schulbusplätze und Gehwege viel seltener zugeparkt, weil die Leute verstehen, warum es problematisch ist.
Ein wichtiger Aspekt Ihrer Arbeit ist das direkte Gespräch. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Bevor wir etwas umsetzen – egal ob Gehweg oder Parkplatz – gehe ich immer zu den Anwohnern vor Ort. Niemand kennt eine Straße besser als die Menschen, die dort wohnen. Man erfährt, welche Stellen gefährlich sind, wo Kinder spielen, wo Engstellen sind. Diese Gespräche liefern oft Hinweise, die kein Plan allein erkennen kann. Ich sehe meine Aufgabe darin gute Ideen zu sammeln und entsprechend der Straßenverkehrsordnung und nach Klärung mit den Behörden und der Polizei bestmöglich umzusetzen.
Welches grundlegende Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Arbeit?
Mein Fokus liegt auf den schwächsten Verkehrsteilnehmern: Kinder, Senioren, Fußgänger, Radfahrer. Ein Ort wird lebenswert, wenn man sich sicher bewegen kann - zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Kinderwagen. Und das erreicht man nicht, indem man nur Verbote ausspricht. Es geht um durchdachte Lösungen, um gute Infrastruktur und darum, gemeinsam Einsicht zu fördern. Genau das hat Moosach in den letzten Jahren sicherer gemacht.
Was ist Ihnen bei Projekten wichtig?
Vor jeder Maßnahme spreche ich persönlich mit den Anwohnern, weil sie die Situation am besten kennen. Ziel: Mehr Sicherheit für die schwächsten Verkehrsteilnehmer – durch kreative Lösungen, nicht durch Verbote.