Our Clients Say

Interview mit Bürgermeister Michael Eisenschmid
Michael Eisenschmid
INTERVIEW
Herr Eisenschmid, was war die größte Herausforderung zu Beginn Ihrer Amtszeit?
​
„Zu Beginn meiner Amtszeit im Jahr 2019 gab es eine
Herausforderung, die keiner von uns vorhersehen konnte: die Corona-Pandemie. Wir standen
vor einer völlig neuen Situation, und die Vorschriften änderten sich ständig. Als neuer
Bürgermeister war es besonders wichtig, schnell zu handeln und flexibel auf diese
Veränderungen zu reagieren. Eine der ersten Maßnahmen, die wir ergriffen, war die
Einrichtung einer eigenen Teststation in der Rudolf-Obermayer-Halle mitten in Moosach. So
mussten die Bürger nicht weite Strecken fahren, um sich testen zu lassen. Das war für die
Moosacher eine enorme Erleichterung und zeigte, wie wichtig es ist, in Krisenzeiten schnell
und pragmatisch zu handeln.“
​
Moosach hat eine sehr vielfältige Struktur. Wie gehen Sie mit den unterschiedlichen
Interessen der Bürger um?
​
„Moosach ist eine Gemeinde mit einer sehr vielfältigen Struktur. Ein großer
Teil unserer Gemeindefläche ist Landschaftsschutzgebiet, in dem aktive Land- und
Forstwirtschaft betrieben wird. Das stellt uns bei der Planung von Projekten vor die
Herausforderung, den Naturschutz mit den modernen Anforderungen der Gemeinde in
Einklang zu bringen. Es geht immer darum, kreative Lösungen zu finden, die unterschiedliche
Interessen und Bedürfnisse der Bürger zu berücksichtigen. So haben wir Projekte wie die
Erweiterung von Parkplätzen in Altenburg und an der Montessori-Schule und den Bau von
Gehwegen im Dorf, Falkenberg und Gutterstätt umgesetzt, dabei aber stets darauf geachtet,
dass der Naturschutz nicht zu kurz kommt. Die Beleuchtung der Gehwege ist mit
Bewegungsmeldern ausgestattet, was die Lichtemission reduziert. Auch die Zusammenarbeit
mit den Landwirten und den Naturschutzverbänden ist mir sehr wichtig.“
​
Welche Bauprojekte sind besonders hervorzuheben?
​
„In den letzten Jahren gab es einige große Bauprojekte, die besonders
hervorzuheben sind. Ein bedeutendes Projekt war die Sanierung des Kindergartens, der
dringend renoviert werden musste. Hier wollten wir nicht nur die bauliche Substanz
verbessern, sondern auch moderne, kindgerechte Räume schaffen, die den Bedürfnissen der
Kleinen gerecht werden. Ein weiteres wichtiges Projekt war die Planung des Neubaus des
Feuerwehrhauses. Diese Maßnahme war notwendig, weil das neue Feuerwehrauto zu schwer
ist für die bisherige Garage. Der Hochwasserschutz war ebenfalls ein großes Thema. Es
mussten viele Maßnahmen getroffen werden, um das Gemeindegebiet vor den zunehmenden
Wetterextremen zu schützen und das größte Projekt am Spiegelbach ist jetzt fertig gestellt.
Besonders herausfordernd war das Windradprojekt, das durch Bürgerbeteiligung und
Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Bruck erfolgreich umgesetzt wurde. Es war ein
anspruchsvolles, aber auch sehr wichtiges Projekt für die Gemeinde, um einen Beitrag zur
nachhaltigen Energieversorgung zu leisten. Ein weiteres Projekt, das sich unerwartet und sehr
kurzfristig in den Fokus gerückt hat, war der Neubau der Brücke in Altenburg. Die Brücke der
Kreisstraße EBE 12 musste für uns überraschend gesperrt werden, was eine enorme Belastung
für die Moosacherinnen und Moosacher darstellte. Es mussten schnell Umleitungen
eingerichtet werden, und wir haben den Zustand der Straßen im Umfeld überprüft und
dokumentiert, damit wir nicht auf den durch Schäden entstandenen Kosten sitzen geblieben
sind.“
Was bereitet Ihnen als Bürgermeister besonders Freude?
​
„Es gibt viele Dinge, die mir als Bürgermeister besonders Freude bereiten. Ein
Highlight ist es, Eheschließungen im alten Bahnhof und im Rathaus durchzuführen. Diese
besonderen Orte verleihen den Eheschließungen einen ganz besonderen Charme und schaffen
unvergessliche Erinnerungen für die frisch Vermählten. Aber auch die vielen Veranstaltungen
und Traditionen in Moosach sind für mich eine große Freude. Besonders gerne erinnere ich
mich an das Maibaum-Aufstellen, den Perchtenlauf und die Aufführungen des Meta-Theaters.
Besonders beeindruckend waren zwei Produktionen des Meta-Theaters, die mir besonders in
Erinnerung geblieben sind: Zum einen das Theaterstück „Der fliegende Holländer“ aus dem
Jahr 2021, das auf eine außergewöhnliche Art und Weise die lokale Geschichte in Szene
setzte, und zum anderen die Aufführung „Moosacher Geschichten“ im Jahr 2023, bei der
viele Moosacher Bürger selbst zu Darstellern wurden und ihre persönlichen Erlebnisse und
Geschichten auf die Bühne brachten. Diese Veranstaltungen zeigen die starke kulturelle
Tradition und das lebendige Gemeinschaftsgefühl in Moosach. Auch die Entwicklung der
Gemeindepolitik bereitet mir Freude. Besonders, als bei der letzten Wahl erstmals genauso
viele Frauen wie Männer in den Gemeinderat gewählt wurden. Das ist ein tolles Zeichen für
die Gleichberechtigung in unserer Gemeinde.“
​
Wie wichtig ist Ihnen die Bürgerbeteiligung?
​
„Bürgerbeteiligung ist für mich äußerst wichtig. Als Bürgermeister kann ich
zusammen mit den Gemeinderäten nur dann gute Entscheidungen treffen, wenn ich die
Meinungen und Wünsche der Bürger kenne. In Moosach gibt es viele Möglichkeiten für die
Bürger, sich aktiv in die Gemeindepolitik einzubringen. Ein schönes Beispiel dafür ist die
Bürgerbefragung zum Gewerbegebiet, bei der wir die Meinungen der Moosacher eingefangen
haben. Besonders stolz bin ich auf die Bürgerwerkstatt, bei der alle Bürger ihre Ideen zur
Neugestaltung des Bereichs rund um den alten Bahnhof einbringen konnten. So stellen wir
sicher, dass sich jeder in die Entwicklung unserer Gemeinde einbringen kann und die
Entscheidungen nicht nur von wenigen, sondern von der gesamten Gemeinde getragen
werden. Diese Art der Mitbestimmung trägt dazu bei, dass Moosach weiterhin ein
lebenswertes Zuhause für uns alle bleibt und sich dennoch behutsam weiterentwickelt.“
​
Welche Bedeutung hat Transparenz in Ihrer Arbeit und wie haben Sie dies in Ihrer
Amtszeit umgesetzt?
​
„Transparenz ist für mich ein wesentlicher Bestandteil einer guten und
vertrauensvollen Zusammenarbeit. Seit meiner Amtszeit haben wir daher verschiedene
Maßnahmen ergriffen, um die Bürger besser zu informieren und eine transparentere
Kommunikation zu fördern. Besonders stolz bin ich auf die Einführung der „Heimat Info“-
App, mit der die Bürger in Echtzeit über alle relevanten Ereignisse und Entscheidungen in der
Gemeinde informiert werden. Darüber hinaus haben wir die Präsentationen im Gemeinderat
und die jährliche Bürgerversammlung deutlich informativer gestaltet, sodass jeder Bürger
jederzeit einen klaren Überblick über die aktuellen Projekte und deren Status erhält. Ich
möchte jedoch betonen, dass ich all dies nicht alleine gemacht habe. Diese Erfolge wären
nicht möglich gewesen ohne die engagierte Unterstützung der Gemeinderäte, Beauftragten,
Mitarbeiter der Gemeinde und unserer ehrenamtlichen Helfer. Dafür bin ich besonders
dankbar. Diese enge Zusammenarbeit aller Moosacherinnen und Moosacher ist der Schlüssel,
damit wir weiterhin so erfolgreich arbeiten können. Das Amt nimmt teilweise überraschend
viel Zeit in Anspruch und da bin ich auch für die Unterstützung meiner Frau und meiner
Familie sehr dankbar.“
​
Zum Abschluss, wie sehen Sie die Zukunft von Moosach?
​
„Die Zukunft von Moosach sehe ich sehr positiv. Wir haben in den letztenJahren viele wichtige Schritte in die richtige Richtung gemacht, aber es gibt noch einiges zu
tun. Es ist wichtig, dass wir unsere Traditionen bewahren und gleichzeitig auf die
Herausforderungen der Zukunft reagieren. Moosach muss sich weiterhin als lebenswerte,
nachhaltige Gemeinde entwickeln. Wir haben hier die Bedürfnisse der Jugend und der
Senioren im Auge. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern möchte ich sicherstellen,
dass Moosach ein Ort bleibt, an dem man gerne lebt – und das, ohne die natürlichen
Ressourcen und die Lebensqualität aufs Spiel zu setzen.“